Besuch aus Vietnam
Seine Exzellenz der Herr Botschafter Do Hoa Binh der sozialistischen Republik Vietnam besucht die Berufsbildenden Schulen J.P.C. Heinrich Mette Quedlinburg.

Eine Exzellenz an der Schule – immer wieder erleben wir etwas Neues. Diese Ehre wurde uns zuteil, weil wir die erste und bislang einzige berufliche Bildungseinrichtung im Land Sachsen-Anhalt sind, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt. Der Botschafter Do Hoa Binh wollte sich über das Zusammenleben  und das Lernklima an den BbS J.P.C. Heinrich Mette ein eigenes Bild machen.

An unserer Schule lernen Sechs Schülerinnen und Schüler vietnamesischer Herkunft in verschiedenen Klassenstufen des Fachgymnasiums. Neben dem Unterrichtspensum engagieren sie sich auch in ihrer Freizeit für schulische Projekte. Nun waren sie zusammen mit drei Klassenkameraden eingeladen, den Botschafter und seine Frau persönlich kennen zu lernen und in einen Erfahrungsaustausch zu treten. 

Um 12:30 Uhr versammelten sich die SchülerInnen und Gäste im Spanischraum in der Bossestraße. Eine große Kaffeetafel war gedeckt, an der 9 Schüler und Schülerinnen, der Botschafter und seine Gattin, Herr Brozio als Vertreter des Landrates, Schulleiterin Koch, die Vertreterin des deutsch-vietnameschen Freundschaftsvereins, Frau Huong Trute und einige Lehrkräfte Platz fanden.

Herr Do Hoa Binh war in gelöster Stimmung. Zunächst entschuldigte er sich dafür, dass er der deutschen Sprache nicht mächtig sei und Frau Trute für ihn übersetzen müsse. Er stellte fest, dass in Deutschland 150.000 Vietnamesen lebten, die allesamt besonders an Bildung interessiert seien. So gingen 60% der vietnamesischen Jugendlichen auf das Gymnasium und legten das Abitur ab. Er interessierte sich für die Beweggründe, die junge Vietnamesen dazu brachten, das Fachgymnasium zu besuchen: Waren es nun die Eltern – wie daheim üblich – die die Kinder ehrgeizig zu mehr Leistung drängten, oder hatten die jungen Menschen eine intrinsische Motivation, ihren Bildungsstand zu verbessern?

Thai-Tai Pham gab ein bewegendes Zeugnis ab: zunächst von seinen Eltern dazu überredet, das Gymnasium zu besuchen, öffnete ihm erst eine Reise in sein Heimatland die Augen für den, wie er sagte, „Luxus“ des Lebens in Deutschland. Schnell wurde ihm klar, dass man sich dafür anstrengen muss. Also meldete er sich nach dem Besuch der Sekundarschule am Fachgymnasium an.

Der Botschafter versäumte nicht, sich mit den Jugendlichen in ihrer Muttersprache zu unterhalten. Was für ein Reichtum, wenn man blitzschnell von einer in die andere Sprache wechseln kann! Bereits nach kurzer Zeit wurde an dem Tisch deutsch, vietnamesisch und englisch gesprochen. Ein gutes Gefühl von Weltoffenheit machte sich breit.

Alle waren zufrieden mit dem Verlauf und man bedankte sich gegenseitig für das Interesse und die Informationen.