Gatersleben hautnah

Quedlinburger Fachgymnasiasten erleben Biowissenschaft im Grünen Labor

Für uns Schülerinnen und Schüler der elften Klassen der Berufsbildenden Schulen J.P.C. Heinrich Mette“ Quedlinburg gab es einen spannenden Start ins neue Jahr.

Unter fachlicher Anleitung von Wissenschaftlern und pädagogischen Mitarbeitern besteht im Grünen Labor Gatersleben das Angebot, High-Tech-Experimente durchzuführen und auszuwerten.

Unsere Fachlehrerinnen organisierten einen Projekttag und schon ging es los.

Gespannt waren wir auf die Experimente, die wir an diesem Tag im Grünen Labor selbst durchführen sollten.

Der Laborleiter Herr Amme informierte uns zunächst über die Chancen der Gentechnik für die Landwirtschaft, deren vorrangige Aufgabe darin besteht, den Gehalt wichtiger Nährstoffe und Vitamine in Nahrungsmittelpflanzen nachhaltig zu verbessern. Die biotechnologischen Methoden zur Umsetzung dieser Zielstellung werden im Grünen Labor Gatersleben in einfacher experimenteller Form angeboten.

Mit einigen Standardmethoden der Gentechnik sollten wir an diesem Tag konfrontiert werden. Dazu gehörte die DNA-Isolation, die PCR-Methode und die Gelelektrophorese. Wir begannen mit der DNA-Isolation.

So konnten wir eigenhändig DNA aus einer Nektarine, Tomate  und Zwiebel isolieren. Dazu musste das Obst und Gemüse zerkleinert und mit Salz und Spülmittel vermischt werden. Danach wurde die Masse gefiltert und mit Isopropanol versetzt. Durch den Alkohol fällt die DNA dann als weiße Schlieren aus.

Zur Analyse der DNA wird die Gelelektrophorese verwendet; die Trennung und Sortierung der DNA-Moleküle nach der Größe erfolgt hierbei durch ihre Bewegung in einem elektrischen Feld. Durch Farbstoffe wird die unterschiedliche Wanderungsgeschwindigkeit der DNA–Moleküle deutlich sichtbar. Dieses Experiment gefiel uns sehr gut, weil die Vorgänge sehr anschaulich und verständlich waren.

Ein weiteres Experiment war die Durchführung der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). Diese Methode wird in der Wissenschaft und Praxis angewandt, wenn man einen bestimmten DNA-Abschnitt genauer untersuchen möchte, z. B. zur Herstellung eines genetischen Fingerabdrucks.

Nach der Durchführung der Experimente ergänzten wir unsere Protokolle, die noch einmal in Kurzform den Verlauf der Schrittfolge und die dazugehörige Auswertung beinhalteten.

Dies war für uns Schülerinnen und Schüler eine interessantere Form der Auseinandersetzung mit dem Lehrstoff, als die mit der grauen Theorie.

Zum Abschluss des Projekttages informierte uns Herr Amme in Form einer Power Point Präsentation über die Forschungsvorhaben des in Gatersleben ansässigen Leibnitz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK). Besonders beeindruckt hat uns die Tatsache, dass hier in Gatersleben eine der weltweit größten Genbanken existiert. Das IPK wird in den nächsten Jahren in Svalbard, auf der norwegischen Insel Spitzbergen, Duplikate seiner annähernd 150.000 Genbank-Muster von Kulturpflanzensamen einlagern.

Dieser Projekttag hat uns rundherum gefallen. Wir konnten Kenntnisse  über die Gentechnologie im Experiment erwerben.

Um auch in Zukunft eine Zusammenarbeit mit dem Grünen Labor Gatersleben zu gewährleisten, unterschrieb unsere Schulleiterin, Frau Elke Koch, einen Kooperationsvertrag mit dem Förderverein des Schülerlabors. Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Schülerlabors, Prof. Dr. Ulrich Wobus, betonte seine Freude über die neue Partnerschaft mit den Berufsbildenden Schulen J.P.C. Heinrich Mette Quedlinburg. Im Mittelpunkt dieser Kooperation stehen Nachwuchsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und die Förderung der Bildung. Dabei werden den Schülerinnen und Schülern grundlegende Arbeitstechniken und Methoden der Naturwissenschaften vermittelt und durch Experimente weiter vertieft.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den Mitarbeitern des Grünen Labors in Gatersleben und allen, die diesen Projekttag ermöglicht haben, bedanken.

Besonders bedanken möchten wir uns bei Herrn Dr. Peter, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit am Bundesforschungsinstitut Julius Kühn in Quedlinburg.

War es doch er, der unsere Biologielehrerin Frau Matthes über die Möglichkeit von  Schülerexperimenten im Grünen Labor Gatersleben  informierte. Während einer sehr interessanten Besichtigung des Julius-Kühn-Instituts Quedlinburg im letzten Jahr war unser Interesse für biowissenschaftliche Arbeit erst geweckt worden.

Einige Mitschüler nutzten auch die Gelegenheit und bewarben sich für einen der begehrten Praktikumsplätze im Institut.

Wir denken auch, dass so ein Projekttag zum Nachahmen geeignet ist. Wir können das Grüne Labor in Gatersleben und das Julius-Kühn-Institut Quedlinburg nur weiter empfehlen.

 

Bastian Wahl, Michel Schneider, Kevin Schmidt und Georg Kachelrieß
(Schüler der 11. Klassen des Fachgymnasiums der Berufsbildenden Schulen „J.P.C. Heinrich Mette“ Quedlinburg)