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Projektfahrt zur Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn |
| Zurück in die Vergangenheit - Sozialkunde zum Anfassen |
Am 21. Januar 2009 fuhr ein voll besetzter Bus der Firma Harz-Express mit Schüler/innen aus drei Klassen des Fachbereichs Gestaltungstechnischen Assistenz nach Marienborn. Nach einer kurzen Begrüßung, Erläuterung des Tagesablaufs und Vorstellung der Themen teilten sich die Teilnehmer/innen entsprechend ihrer Präferenzen zunächst auf verschiedene Workshops auf. Angeboten wurden vier Veranstaltungen, die sich mit Aufbau der Grenze, der Arbeit des Grenzregimes, dem Leben im Sperrgebiet, der Zwangsaussiedlung aus dem Grenzgebiet und er Flucht aus der DDR beschäftigten. Alles sehr interessante Themen, die leider aufgrund der Zeitknappheit nicht in ausreichendem Maße bearbeitet werden konnten. Viel lieber wäre es den Teilnehmenden gewesen, man hätte in alle Themengebiete hineinschnuppern können… Nach der Auswertung der Gruppenarbeiten stand ein Rundgang über die Gedenkstätte auf dem Programm. Die Gäste erhielten einen Einblick in die Aufgaben und die Arbeit der damaligen Grenzsoldaten vor Ort. Erläutert wurden die Passkontrolle und die Kontrolle verdächtiger Pkws vor allem in der Ausreisegarage. Hier wurden zahlreiche Fluchtversuche aus der DDR aufgedeckt. DDR-Flüchtlingen drohte bei Entdeckung eine mehrjährige Haftstrafe. Der tatsächliche Schrecken dieses Grenzübergangs, der damals ein Nadelöhr zwischen dem Ost- und Westblock darstellte, ist heute kaum mehr nachvollziehbar. Heute sieht man schlichte Baracken. Dass hier einmal Angst und Beklemmung regierten, ist für Menschen, die das Regime nicht miterlebt haben, kaum mehr zu spüren. Unserer Gästebegleiterin gelang es nicht, das damalige System von Aggression und Schikane spürbar zu machen. Und schon wieder drängte die Zeit: Es erwartete uns ein Zeitzeuge, der in besonderer Weise unter der deutschen Teilung zu leiden hatte. Nach einem missglückten Fluchtversuch, der am Grenzübergang in Marienborn endete, wurde er zur Mitarbeit in der Staatssicherheit „überredet“. In bewegenden Worten schilderte er uns seinen Lebens- und Leidensweg und hinterließ eine beeindruckte, aber auch ratlose Zuhörergruppe. Zu dicht liegen Opfer- und Täterschicksal beieinander. Heute, in unserer freien Gesellschaft, sind die Auswirkungen einer Zwangsherrschaft auf die Handlungen der Menschen kaum mehr plausibel zu erklären. Die Gefühle des Auditoriums spiegelten die ganze Bandbreite von Mitleid bis Unverständnis wider. Dies war auf jeden Fall der spannendste Teil der Exkursion. Dank an den Förderverein, der die finanziellen Mittel für das Gespräch zur Verfügung stellte. |