Der Stollen fraß die Menschen mit einem unvorstellbaren Heißhunger
Lesung und Gespräch im Rahmen des Quedlinburger Bücherfrühlings

In Kooperation mit der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge

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Wir, die Klasse BFS SAS 09 haben an der Buchlesung am 19. April teilgenommen. Zitiert wurden Auszüge aus dem Buch „Erinnerungen eines Normannen 1939-1944“ von Paul le Goupil. Der Vorleser des Buches hat sehr gut betont, jedoch fiel es schwer, manche Zusammenhänge zu erfassen, da viele französische Worte im Text waren. Nach der Lesung hat der Neffe eines holländischen Häftlings einige Informationen dazu gegeben, wie er nach Dokumenten über die Lebens- und Todesumstände seines Onkels, der in einem deutschen Konzentrationslager verstorben war, gesucht hat.

(Klasse BFS SAS 09)

Die furchtbaren Umstände in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten sind weitgehend bekannt. Weniger häufig jedoch wird erwähnt, dass neben religiösen häufig auch politische Opposition Grund für eine Inhaftierung war. Deswegen wählte Frau Fauser, Leiterin der Gedenkstätte Langenstein – Zwieberge, den Bericht eines Franzosen, der den Weg bis zu seiner Verhaftung und Verschleppung schilderte. Mit den von Volker Wachholtz zitierten Textauszügen wurde deutlich, dass es ganz normale Jugendliche waren, die wegen kleiner Vergehen gegen die deutsche Besatzungsmacht dieses furchtbare Schicksal erleiden mussten. Paul le Goupil wurde wegen Mitarbeit an einer französischen Widerstandszeitung zu Zwangsarbeit verurteilt. Er entrann nur knapp dem Tod.
Aus dem gleichen Grunde wurde der Onkel von Gerrit Andries Gort zu Zwangsarbeit verurteilt. Er überlebte das Lager Langenstein – Zwieberge nicht. Er verstarb aufgrund unzureichend behandelter Krankheiten.
Der Bericht von Herrn Gort war durch die Verwendung digital aufbereiteter Dokumente sehr anschaulich. Er begab sich am 31.7.2007 auf Spurensuche. Nach Kontakt mit verschiedenen Geschichtsarchiven fand er Hinweise, dass sein Onkel in Langenstein – Zwieberge inhaftiert war. Er entzifferte den Namen seines Onkels in Transport- und Verpflegungslisten, Verlegungsnotizen und schließlich auf einer Krankenkarte, auf der auch sein Tod bestätigt wurde.

Wir danken Frau Fauser für die Organisation und Moderation der Veranstaltung, Herrn Wachholtz für die perfekte Vorlesung und Herrn Gort für seinen lebendigen Bericht.

(Eleonore Multhaupt)