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Abrechnung |
| Lesung des Buchautors und Journalisten Niklas Frank am 8. September 2009 |
Wie fühlt sich der Sohn eines Kriegsverbrechers? Weshalb geht dieser Mann nun - Jahrzehnte später zunächst dem Leben des Vaters, dann auch dem seiner Mutter nach und veröffentlicht subtile Details aus der Zeit, die - aus ganz natürlichen Gründen - immer mehr in Vergessenheit zu geraten droht? Welche Empfindungen hegt er gegen seine Eltern heute? Wie nehmen Menschen in seiner Umgebung heute die schonungslose Abrechnung eines Mannes wahr, der genüsslich von seinen Hochgefühlen schreibt, wenn er an die Hinrichtung seines Vaters denkt?
So und so ähnlich klangen die Fragen der Schüler, als der Journalist und Autor Niklas Frank am 8. September 2009 auf seiner Lesereise durch Sachsen-Anhalt in unserer Schule Station machte. Dass hier unerhörte Dinge gelesen werden, spürte man an der Stille und Aufmerksamkeit in diesen anderthalben Stunde. In seinen zwei bekanntesten und sicher auch umstrittensten Werken „Der Vater“ und „Meine deutsche Mutter“ versucht Frank mit der Annahme aufzuräumen, dass der deutsche Faschismus etwas Zufälliges war, was nur ein paar einzelne Menschen betraf. Sein Vater Hans Frank zunächst Jurist in München - stieg unter Hitler zum Generalgouverneur von Polen auf und wurde im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt. Sein Aufstieg, sein Handeln, wäre ohne das Zutun der Mutter nicht möglich gewesen - darin ist sich der Autor Niklas Frank sicher.
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